Überforderung im privaten Alltag
Anthony Chens 2013 in Singapur produzierter Film Ilo Ilo spielt 1997 zur Zeit der Asien-Finanzkrise, die ausgehend von Thailand eine Reihe asiatischer Länder, vor allem Indonesien und die Philippinen, erfasste, ebenso Malaysia, Südkorea und Singapur. Gezeigt werden die alltäglichen Probleme einer philippinischen Haushaltshilfe und ihrer Arbeitgeber-Familie in Singapur in einer sehr fordernden permanenten Überlastungssituation.
Iloilo bezeichnet zum einen die Provinz im Südosten der philippinischen Insel Panay, aus der die Haushälterin stammt, der Ausdruck kann aber auch auf die International Labor Organisation bezogen werden, eine Sonderorganisation der UNO, deren Auftrag darin besteht, sich für international gerechte Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmer:innen-Schutz einzusetzen. Diese Assoziation bildet sich gleich zu Beginn des Films, denn Frau Lim, die Arbeitgeberin, konfisziert als erstes den Pass der Hausangestellten.
Die Arbeitgeber:innen sind eine chinesische Familie der unteren Mittelklasse mit einem aufsässigen Sohn, beide Eltern berufstätig, die Mutter schwanger, der Vater unnütz. Da es kein eigenes Zimmer für sie gibt, muss sich die Philippinerin Teresa, genannt Terry, das Zimmer mit dem Sohn teilen und auf dem Boden auf einer aus seinem Bett herausziehbaren Matratze schlafen, wogegen der Sohn sofort lautstark protestiert. Die Kommunikation zwischen Arbeitgeber:innen und Angestellter ist nur auf Englisch möglich, das beide nicht sehr gut beherrschen. Bevor auf die besonderen Arbeitsbedingungen für Hausangestellte in Singapur eingegangen wird, möchte ich kurz die Handlung des Films skizzieren.
Der Film beginnt damit, dass der Sohn der Familie Lim, Jiale (dt. „die Freude der Familie“), von seiner Mutter aus der Schule abgeholt werden muss, weil es wegen seines Tamagochis Ärger gab, und es kommt zu einem ersten Ausbruch des Überfordertseins.
Auf den Filmtitel folgt dann eine Diskussion des Ehepaars Lim im Badezimmer: Sie möchte eine Haushaltshilfe, er soll sich darum kümmern. Herr Lim versucht dies abzuwenden, der Sohn sei doch schon groß, aber sie besteht darauf, sie hätte dann auch eine Hilfe bei der Hausarbeit. Dass nicht nur der Sohn, sondern auch der Ehemann eine Last für Frau Lim ist, wird bereits in dieser Szene etabliert, da sie ihn daran erinnern muss, die Toilettenspülung zu betätigen. Nachdem er draußen ist, wischt sie die Urintropfen von der Toilettenbrille. Im weiteren Verlauf des Films wird deutlich, dass Herr Lim sich weder um den Haushalt noch um den Sohn kümmert, aber offensichtlich kein Bewusstsein davon hat, dass alles an seiner Frau hängt. Als ihr später beim Ultraschall gesagt wird, dass das Kind voraussichtlich ein Mädchen wird, ist sie erleichtert: „Good. I have enough boys at home.“1
Bevor die neue Hausangestellte eintrifft, versteckt Frau Lim ihren Goldschmuck in einer abschließbaren Schublade, dann weist sie der Philippinerin, Terry, ihren Schlafplatz zu; außerdem einen Platz im Schrank des Kinderzimmers, der aber schon nicht mehr frei ist, da Jiale alles mit seinen gesammelten Zeitungen vollgestopft hat. Auch dies ist für den weiteren Verlauf des Films bedeutsam, denn er benötigt die Zeitungen, um sich die Nummern der 4D-Lotterie (man wettet auf irgendeine Zahlenkombination zwischen 0000 und 9999) zu notieren, um daraus mögliche Gewinnzahlen zu berechnen. Wenn er nicht mit dem Tamagochi spielt, beschäftigt er sich damit, auch in der Schule. Auf die Frage ihres Mannes, weshalb sie den Reisepass an sich genommen hat, antwortet sie, „in case she tries to run away,“[2] während sie wiederum Herrn Lim fragt, warum er zum Telefonieren auf die Toilette ging. Auch dies wird sich durch den Film hindurchziehen, dass Herr Lim Heimlichkeiten vor ihr hat, die sie nach und nach alle durchschaut, bzw. ihn dazu bringt, sie zu gestehen: Dass er seine Arbeit verloren hat, dann, dass er als Wachmann arbeitet, dass er heimlich raucht und dass er Geld bei Börsenspekulationen verloren hat, ca. 100.000 S$ (ca. 75.000 US$). Ebenso beobachtet und kontrolliert Frau Lim auch Terry, z.B., weiß sie, dass diese ihren Lippenstift benutzt. Als sie bemerkt, dass geraucht wurde, durchkramt sie auf der Suche nach dem Übeltäter Terrys Schrankfach und findet eine Schachtel mit Bargeld, so dass sie dann vermutlich auch weiß, dass Terry einen illegalen Nebenjob hat; dies wird allerdings nie thematisiert.
Der Sohn wird angewiesen, sich Terry gegenüber gut zu benehmen, wovon er genau das Gegenteil tut. Er terrorisiert sie und versucht, sie zu diskreditieren, indem er sie z.B. in eine Situation bringt, in der sie des Ladendiebstahls bezichtigt wird, oder er verschwindet nach hinten aus der Schule, während Terry vorne am Tor auf ihn wartet, um ihn abzuholen. Sie versucht, sich ihm gegenüber zu behaupten, aber eine Wende tritt erst ein, als er – wieder einmal sich ihr widersetzend – von einem Auto angefahren wird und sich den Arm bricht. Er benötigt nun ihre Hilfe, und nach und nach freunden sie sich an und entwickeln eine körperliche, spielerische Vertrautheit, auch wenn er seinen unverschämten Ton ihr gegenüber beibehält. In diesem Ton spricht allerdings auch seine Mutter mit allen, so dass das irgendwann nicht mehr erstaunt. Die gegenseitige Zuneigung gewinnt an Intensität, und parallel dazu wird die Entfremdung zwischen der überforderten Mutter und dem Sohn immer stärker, damit auch die Eifersucht der Mutter. Dass die Haushälterin die Stelle der Mutter einnimmt, zeigt sich auch darin, dass sie dieser optisch ähnlicher wird. Während Terrys eigene Bekleidung immer nur aus Bermuda-Shorts und unförmigen T-Shirts besteht, trägt sie öfter auch Frau Lims abgelegte Kleider aus dem Altkleidersack.
Währenddessen verschlechtern sich die finanziellen Verhältnisse kontinuierlich, sowohl die der Familie wie auch Terrys. Diese hat einen zwölf Monate alten Sohn in der Obhut ihrer Schwester zurückgelassen, und als ihre Familie in den Philippinen mehr Geld von ihr verlangt, sucht sie sich einen Nebenjob im Einkaufszentrum Lucky Plaza, einem bekannten Treffpunkt für migrantische Hausangestellte.[3]
Herr Lim verliert dann auch die Stelle als Wachmann und schlägt vor, das Auto zu verschrotten und die Wohnung zu verkaufen. Während er die Ersparnisse verspekuliert hat, verliert Frau Lim Geld an einen betrügerischen Motivationstrainer und bleibt zurück mit dessen Spruch „Hope is within yourself.“[4] Als unausweichlich ist, dass sie sich einschränken müssen, wird das Auto weggegeben, und Terry wird entlassen. Am Ende sieht man, wie Herr Lim und Jiale im Flur des Krankenhauses sitzen und auf die Geburt des Kindes warten, während sie zusammen ein philippinisches Lied auf Terrys Walkman hören.
Wie in vielen Filmen mit gleicher Thematik ist auch hier das Alltagsleben zu belastend, als dass es für die Kleinfamilie ohne Haushaltshilfe zu bewältigen wäre. Deren Unterbringung in der engen Wohnung, die keine Rücksicht auf ihre eigenen Bedürfnisse nimmt, wird in Bildern einer Gefängnisoptik dargestellt, die sich ähnlich auch in anderen Filmbeispielen findet. Die erste Hausangestellte, die man im Film sieht, schaut aus einem Fenster hinaus, dessen Gitter zwar zur Seite geschoben ist, aber die Einstellung zeigt die Verlorenheit und Isolation der Frau, die durch ihre dunkle Hautfarbe deutlich als ‚Fremde‘ ausgewiesen ist. Die Haushaltshilfe der Familie, die gegenüber den Lims wohnt, sieht man immer nur durch das Gitter vor der Wohnungstür, als sei sie permanent eingeschlossen, und auch Terry ist immer wieder hinter oder vor Gittern zu sehen.
Frau Lim dagegen ist dem täglichen Stress am Arbeitsplatz ausgesetzt, den Ängsten, ob sie nicht vielleicht auch entlassen wird, abends schleppt sie sich mühselig die Treppe hoch, und an ihrem freien Tag kocht sie für den Sohn, der sich beschwert, ihr Essen sei nicht so gut wie das von „Auntie“. Ihre Erschöpfung vermittelt sich eindrucksvoll, womöglich trägt dazu auch bei, dass die Schauspielerin tatsächlich schwanger ist und sichtbar eine physische Last schleppt.
 
 
Die Wohnung der Familie ist peinlich sauber und ordentlich, auf Design wurde bei der Einrichtung verzichtet. Es gibt zwei Fernseher, einen im Wohnzimmer und einen kleineren im Elternschlafzimmer, der Junge hat mit seinem Tamagochi das neueste elektronische Spielzeug, aber in der Küche gibt es keine Spülmaschine und keinen richtigen Herd, lediglich eine Kochstelle mit zwei Gasflammen, immerhin eine Waschmaschine. Die Wäsche wird auf Stangen aufgehängt, die aus dem Fenster heraus in Halterungen gesteckt werden müssen, und Frau Lim warnt Terry, dass sie vorsichtig sein muss, damit es nicht herunterfällt und jemanden verletzt. Die schlechte Küchenausstattung und das enge, nur von der Küche aus zugängliche Bad stehen im Kontrast zur sonstigen Einrichtung der Wohnung, die ohne Schick, aber komfortabel ist, als sei alles von Anfang daraus ausgerichtet, dass es eine Haushaltshilfe für die schweren Arbeiten gibt. Die Oppression, die von dieser Wohnung ausgeht, artikuliert sich in Einstellungen, in denen Terry optisch verkleinert wird, obwohl die Räume selbst gar nicht groß sind; sei es, dass sie vor der zu hohen Arbeitsfläche in der Küche steht, oder die Perspektive sie gegenüber Frau Lim winzig erscheinen lässt.
 
 
Terry adressiert die Arbeitgeberin regelmäßig mit „yes ma’am“, erkennt deren Autorität aber auch jenseits dieser standardisierten Antworten an; mehrfach erwähnt sie, Frau Lim habe sie eingestellt und für sie arbeite sie, und den Sohn weist sie zurecht, wenn er Schwierigkeiten macht, seine Mutter habe schon genug Probleme. All dies wird in wortarmen Szenen vermittelt, oft durch angeschnittene Großaufnahmen, mit der zurückgenommenen Emotionalität der resignierten Akzeptanz der grundsätzlichen Überforderung. So erfährt man z.B. keine Details über Terrys Situation, sondern bekommt nur sehr knappe Informationen: Die Fotos ihres Sohnes hat sie in der Tür ihres Schrankfaches aufgehängt, und ihre Armut ist daran zu erkennen, dass sie selbst nur diese unförmigen T-Shirts besitzt. Sie hat einen Walkman, auf dem sie ihre Lieblingsmusik hört, aber dieser ist ein altes Modell von 1989/90, ihr einziger Besitz, den sie am Ende Jiale überlässt. Auch ihre Kompetenzen werden eher beiläufig deutlich, z.B. dass sie als Friseurin arbeiten oder und dass sie Auto fahren kann.
 
Im Lauf der Zeit überwindet sie ihr anfängliches Ausgeliefertsein, so weit dies möglich ist, und ebenso wie Frau Lim durchschaut sie die Lage und die Handlungen der anderen. Das Ende des Films betont diese Parallelität zwischen den Frauen, die beide die Verantwortung für die Angehörigen tragen: Erklärungen ihrer Entlassung sind nicht weiter notwendig, Terry sagt dazu nur „Ich verstehe.“[5] Obwohl Terry die zentrale Figur des Films ist, bleibt die Frage, wie Frau Lim ohne sie und dazu noch mit einem Säugling zurechtkommen wird. Zugleich bleibt sie durch die Musik als ‚guter Geist‘ der Familie zurück, denn am Ende hört man zum ersten Mal das Lied, von dem vorher nur das wahrnehmbar war, was durch die Kopfhörer nach außen dringt. Da es das erste Mal ist, dass im Film überhaupt Musik zu hören ist, während vorher die Tonspur nur aus Dialogen und Geräuschen bestand, ist dies sehr eindrucksvoll. Es handelt sich um ein erfolgreiches, gitarrenlastiges Popstück der philippinischen Folkrockband Asin, dessen zentrale Zeile auf Deutsch in etwa lautet, „denke nach und kümmere Dich um Dein Leben.“[6] Indem es über den Abspann hinweg weiter erklingt, endet alles auf einer, wenn auch gebremsten, optimistischen Note. Der übergreifende Eindruck, der zurückbleibt, ist der, dass alle unter der Wirtschaftskrise leiden und dass sie versuchen, auf irgendeine Weise mit der Situation zurechtzukommen – oder auch nicht. Zu diesem Eindruck trägt auch die lakonische, scheinbar unsentimentale Direktheit der filmischen Inszenierung bei.
In diese fließt die Biographie des Regisseurs, Anthony Chen, mit ein, der von der philippinischen Haushaltshilfe seiner eigenen Familie zur Figur der Terry inspiriert wurde. Ähnlich wie einige Jahre später Alfonso Cuaróns Roma über die indigene Haushaltshilfe seiner Familie in Mexico City, möchte er mit diesem Film den Zwiespalt zwischen Instrumentalisierung/Ausbeutung und Zuneigung in der Beziehung von Kindern zur Hausangestellten thematisieren. Die Hilfe der Familie Chen arbeitete acht Jahre lang für sie, bis sie aufgrund der Krise 1997 entlassen wurde; sie verloren dann den Kontakt zu ihr, und aufgrund des Films konnte sie ausfindig gemacht werden und Anthony Chen wiedertreffen. Eine Filmkritik des „Guardian“ betont den Aspekt der Notwendigkeit, den diese Struktur in Singapur hat:
„‚Wahrscheinlich hat die Hälfte aller Familien in Singapur eine im Haushalt lebende Haushaltshilfe,‘ schätzt Chen, auch wenn die meisten von ihnen mittlerweile aus Indonesien kommen: ‚Philipinerinnen sind zu teuer geworden.‘ ‚Dies entspricht nicht der westlichen bürgerlichen Vorstellung, eine Bedienstete zu haben, um zu zeigen, dass man einer bestimmten Gesellschaftsschicht angehört‘, sagt er. ‚Achtzig Prozent der Bevölkerung Singapurs gehören der Mittelschicht an, aber beide Elternteile müssen arbeiten, um den Lebensunterhalt zu verdienen, und sie brauchen jemanden, der ihnen bei der Kinderbetreuung hilft. Es ist also weniger ein Luxus als vielmehr eine Notwendigkeit. Es ist schlichtweg wirtschaftlicher Pragmatismus.‘ […] Ilo Ilo verurteilt oder verteidigt diese Situation nicht, sondern beobachtet sie lediglich.“[7]
Bei alledem handelt es sich um eine Verkennung. Zunächst ist die Wahrnehmung, dass Hausangestellte und Arbeitgeber:innen in ähnlicher Weise von der Krise betroffen sind, insofern falsch, als die Philippinerin ihr Herkunftsland nicht wegen der Krise verlässt, sondern, wie in obigem Zitat gesagt, es die Arbeitsmigration von Philippenerinnen gängig war und ist, was auf zugrundeliegenden Politiken und Strukturen in beiden Ländern beruht, die in der Folge noch erörtert werden. Dennoch erweckt der Film den Eindruck einer Betroffenheit beider, der um so stärker ist, je weniger die Zuschauer:innen, d.h. das westliche Publikum, über den Kontext informiert sind. Die Krise trifft die Philippinerin ungleich härter, da sie in eine besonders belastete Arbeitssituation gerät und dann ihre Stelle verliert. Die Singapurer Familie hat immer noch ein Einkommen und eine Eigentumswohnung, dennoch insinuiert der Film die Assoziation einer ‚Schicksalsgemeinschaft‘. Aber auch das Argument der Notwendigkeit bzw. des Pragmatismus ist eine Verkürzung, und ein Blick auf die Arbeitsbedingungen zeigt, wenn auch vielleicht nicht unbedingt ein bourgeoises Klassenverständnis, so doch eine fixierte Hierarchie und einen eingeschriebenen Rassismus.
Allein der Ausgangspunkt, die Einkommensverhältnisse in Singapur und den Philippinen, negiert jeden Gedanken an Gemeinschaftlichkeit: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Singapur betrug bspw. 1994 in etwa das Zwanzigfache der Philippinen.[8] Beide Länder durchliefen sehr unterschiedliche ökonomische Entwicklungen, und Singapur begann bereits in den 1970er Jahren, den Status eines Billiglohnlands zu überwinden und sich auf spezialisierte, profitable Wirtschaftszweige zu konzentrieren, für die gut ausgebildete Arbeitskräfte notwendig sind und bei denen auch die Frauen in die Produktivität mit einbezogen wurden, während zugleich die Geburtenrate nicht absinken sollte.[9] Dabei gibt es zwei Gruppen, in einheimischen Firmen tätige Angestellte mit begrenzten Englischkenntnissen, die sog. „Heartlanders“[10] und diejenigen, die in internationalen Konzernen arbeiten. Die Arbeitgeber:innen-Familie in Ilo Ilo gehört zu diesen Heartlanders, der unteren Mittelklasse, die in öffentlich geförderten Wohnungen leben, da sie sich sonst die Immobilienpreise in Singapur, die über denen New Yorks liegen, nicht leisten können. Durch das Housing Development Board wurde es möglich, dass 91% der Bevölkerung Wohneigentum haben. „[…] das Wohnen in einer HDB-Wohnung ist zudem ein Indikator für die soziale Schicht und deutet auf einen Mangel an kulturellem Kapital hin. Während die Bewohner der Vororte „Singlish“ sprechen und bei lokalen Unternehmen arbeiten, können es sich die besser Gebildeten leisten, in privat finanzierten Wohnanlagen zu leben.“[11]
Gleichzeitig wurde die Immigration in den Singapurer Arbeitsmarkt gefördert. Dies sind zum einen hoch umworbene internationale Spezialist:innen, die sogenannten Expatriates, denen großzügige Sozialleistungen, vorteilhafte Arbeitsbedingungen und ein problemloser Aufenthaltsstatus angeboten werden, die zum dauerhaften Aufenthalt und dem Erwerb der Staatsbürgerschaft motivieren sollen. Der Niedriglohnsektor dagegen wurde an ärmere Nachbarländer abgegeben, für die sogenannten „3D jobs, ‚dirty, dangerous, and demanding‘.“[12] Diese Arbeitskräfte werden weitaus stärker reglementiert, ihre Arbeitserlaubnisse müssen alle zwei Jahre erneuert werden und sind auf acht Jahre begrenzt.[13] Dabei handelt es sich um Bauarbeiter, die aus Indien oder Bangladesch rekrutiert werden, sowie um Hausangestellte aus Indonesien, den Philippinen oder Indien. Zu deren Auflagen gehören das Verbot der Heirat mit singapurischen Staatsbürgern oder Personen mit unbegrenzter Aufenthaltserlaubnis, sowie das Verbot der Schwangerschaft. Dies wird über regelmäßige medizinische Untersuchungen sichergestellt, und der Verstoß führt zur Abschiebung. Die Arbeitgeber:innen wiederum müssen eine Sicherheit von 5.000 S$ hinterlegen, sowie eine monatliche Gebühr zahlen, die bspw. 1997 bei 345 S$ lag, ungefähr so hoch, wie das Gehalt, das den Haushaltshilfen gezahlt wurde. In der Regel werden von den ersten Gehältern der Hausangestellten noch die Gebühren für die Vermittlungsagentur abgezogen, so dass sie während dieser Zeit nur ein Taschengeld erhalten.[14] Die monatliche Gebühr dient dazu, die Zahl der migrantischen Haushaltshilfen zu begrenzen und zu verhindern, dass Frauen aufgrund der Haushaltshilfe eine schlecht bezahlte Erwerbstätigkeit annehmen. Dies soll nur für besser gebildete Frauen in entsprechenden Berufen möglich sein, die anderen sollen zu Hause bleiben.[15]
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Rahmenbedingungen für die Haushaltshilfen besteht darin, dass – im Gegensatz zu allen anderen migrantischen Arbeitsverhältnissen – für Haushaltshilfen keine arbeitsrechtlichen Vorgaben oder Vertragsvorschriften gelten. Dies wird als Eingriff in die Privatsphäre begriffen,[16] wo solche Regularien zudem schwer zu überwachen wären; auch gibt es keine angemessenen Kriterien für das Verhältnis von Arbeit und Zeit.[17] Eine der wenigen Regelungen, die durchgesetzt wurde, war 2013 die Vorschrift, dass die Hilfen einen freien Tag in der Woche bekommen sollen.[18] Dass die Arbeitgeberinnen (die weibliche Form kann hier verallgemeinernd benutzt werden) für die Haushaltshilfen verantwortlich sind und auf keinen Fall die Kaution verlieren wollen, führt zu sehr restriktiven Arbeitsbedingungen. Wenn die Haushaltshilfen die Wohnung oder deren Umkreis nicht verlassen, so ist gewährleistet, dass ihnen zum einen nichts passiert, sowie dass es nicht zu Verstößen gegen das Heirats- oder Schwangerschaftsverbot kommt. Nicht nur ist in Ilo Ilo die Nachbarin eingeschlossen, weil sie im ganzen Monat keinen freien Tag hat, eine der illegal im Lucky Plaza arbeitenden Friseurinnen gibt ihrer Arbeitgeberin Schlafmittel, weil sie sonst nicht aus dem Haus kommt.[19] Die Gitter im Film haben damit weit weniger eine metaphorische, sondern eine ganz konkrete Bedeutung. In diesen Kontext gehören auch das Konfiszieren des Reisepasses, sowie die Vorwürfe, die Frau Lim Terry macht, als sie wegen des vermeintlichen Ladendiebstahls zu spät nach Hause kommt. Diese, ebenso wie die anderen Situationen, in denen der Sohn Terry schadet, sind nicht nur unangenehm, sondern ganz konkret gefährlich: Der Diebstahl oder die unzulässige Aufsicht über das Kind würden für Terry zur Abschiebung und für Frau Lim zum Verlust der Kaution führen. „Arbeitgeberinnen, die den Nutzen ihrer Hausangestellten maximieren wollen und befürchten, die Kaution zu verlieren, überwachen ihre Hausangestellten ständig – ihre Arbeits- und Essgewohnheiten, ihre sozialen Aktivitäten und ihre Telefonnutzung.“[20] Die Frage, weshalb sie so lange gebraucht habe, um das Telefon zu beantworten, das Durchsuchen von Terrys Sachen oder die Nachfragen, weshalb sie ein Kleid trage, gehören zu dem, was die Arbeitgeberin als ihr Recht und ihre Pflicht sieht, denn auch für die Kleidung der Hausangestellten gelten Vorschriften.[21] Um dem besser nachkommen zu können, werden die Kinder dazu ermutigt, über die Haushaltshilfen zu berichten, was sich im Film darin reflektiert, dass Terry die hierarchische Überlegenheit des Jungen anerkennt. Sein misstrauischer Blick, als sie mit der Nachbarin spricht, ist potentiell eine Bedrohung, und das Schleppen seines Rucksacks abzulehnen, wäre gleichfalls nicht ratsam. Sie sagt nicht nur grundsätzlich „yes, ma’am“, sondern ist auch in ihrem Umgang mit dem Jungen vorsichtig, bzw. weiß, dass sie ihn als Verbündeten benötigt, gleichzeitig aber auch die Eifersucht der Mutter nicht zu sehr herausfordern darf. Auf diesem Hintergrund wird erst deutlich, mit welcher Überzeugungskraft die Schauspielerin, Angeli Bayani, die widerstreitenden Emotionen zum Ausdruck bringt, die kontinuierliche Zurückhaltung und die Besorgtheit, mit der sie die Stimmungslagen der anderen beobachtet, die Unsicherheit, mit der sie hinter dem Tisch stehenbleibt, bis sie sich nach der Aufforderung vorsichtig setzt, die Angst, wenn sie des Rauchens beschuldigt wird, und der Schrei, als ihr die Wäsche aus dem Fenster fällt. Letztlich passiert nichts, Frau Lim lässt ihr das Bargeld in der Schachtel, und der Sohn wird sehr anhänglich, aber die Bedrohung durch all das, was hätte passieren können, prägt Körperhaltung, Gestik und Mimik der Figur, die in fast jeder Situation immer die Schwächste, bzw. Ohnmächtige ist.
Die Haushaltshilfe ist ein Objekt des Austauschs nicht nur für das aufnehmende Land, sondern ebenso für das Herkunftsland. Die Philippinen binden die Reisepässe der Hausangestellten an die Verpflichtung, 50% ihres Grundgehalts über eine philippinische Bank oder andere überprüfbare Zahlungswege nach Hause zu überweisen. Bei Nichteinhaltung der Vorgabe werden die entsprechenden Personen von der Liste der für Übersee-Arbeit qualifizierten Arbeitskräfte gestrichen und bekommen keine Reisepass-Verlängerung.[22] Der Beitrag der migrantischen Arbeiter:innen zur philippinischen Wirtschaft ist unverzichtbar: „Allein im Jahr 2012 beliefen sich die Überweisungen von philippinischen Migrant:innen auf 21,39 Milliarden US-Dollar, was mehr als 10 % des Bruttoinlandsprodukts des Landes entspricht.“[23]
Die Kosten, die hierfür von den Hausangestellten und dem Herkunftsland getragen müssen, sind außerordentlich hoch, vor allem die familiäre Zerrüttung aufgrund der schmerzhaften Trennung der Mütter von den Kindern. Hinzu kommt oft der Statusverlust der Frauen, wenn die Tätigkeit im Haushalt unter ihrem Qualifikationsniveau liegt. All dies wird in Ilo Ilo angedeutet, aber da es bei kurzen Hinweisen bleibt, tritt es in der Wahrnehmung zurück gegenüber den Problemen, die Terry mit der Arbeitgeber:innen-Familie hat, bzw. ‚teilt‘. In aller Eindringlichkeit wird dies deutlich, als Terry eines Tages der Stab mit der Wäsche herunterfällt. Sie schreit, läuft nach unten, und in diesem Moment saust etwas an ihr vorbei: Ein Mann hat sich vom Dach gestürzt. Im gesamten Film ist dies als der intensivste Moment der Überforderung inszeniert: Eine Reihe von Großaufnahmen Terrys, in denen ihr Gesicht immer wieder verschwimmt, die mit leicht schwankender Handkamera aufgenommen sind und bei denen der Ton (die Sirene der Ambulanz) abgeblendet wird, vermitteln die Angst und die Unwirklichkeit dieser Situation mit der Inkongruenz des Schreis, indem das Erschrecken über die verlorene Wäsche durch das Schrecknis des Selbstmords überdeckt wird. Es folgt ein harter Schnitt auf einen der Entlassungsbriefe, die Frau Lim tippt, mit der Assoziation, dass die wirtschaftliche Situation den Mann in den Selbstmord getrieben hat.
 
 
 
Damit integriert die Szene Terrys eigene Ängste in die Probleme Singapurs, bzw. der Familie, für die sie arbeitet. Singapur selbst gehört allerdings zu den Ländern, die von der 1997er Krise am schwächsten betroffen waren, und während große Unternehmen sogar profitierten, hatte hauptsächlich die untere Mittelschicht die Auswirkungen zu tragen.
Während der Film einerseits sehr deutlich die Situation zeigt, in der die Haushaltshilfe sich befindet, so ist das dominante Thema das Leid der Familie in Singapur, ein Zynismus, der problematisch, weil schwer erkennbar ist. Dem entsprechend steht – mit Ausnahme des bereits zitierten Cheah – in allen Texten zum Film eine gewisse Empathie im Vordergrund, auch davon geleitet, dass der Film sehr erfolgreich war, sowohl beim Publikum wie auch auf Festivals; es war der erste Film aus Singapur, der einen Preis in Cannes gewann.[24] Während in Singapur aufgrund der weiblichen Berufstätigkeit die Notwendigkeit für Haushaltshilfen bestehe, so seien diese Fremden eine nötige, aber unerwünschte Präsenz im Haus, und der Film verhandele diesen inneren Widerspruch, indem Terry einerseits emotional innerhalb der Familie verankert werde, zugleich aber Außenseiterin bleibe, nicht zuletzt visualisiert durch die filmische Ausleuchtung, die ihre dunkle Hautfarbe betont. Der Grund für den Erfolg des Films wird in seinem identifikatorischen Gehalt für ein internationales Mittelklasse-Publikum gesehen.
Genau dies führt bei Cheah, der der Aufforderung zur Empathie für die Familie Lim nicht folgt, zu einer strengen Verurteilung. Trotz der knappen, gezielten Art und Weise der Darstellung, die mit wenig Dialog auskommt, kritisiert er eine unangemessene Melodramatik, wenn er schreibt: „Ilo Ilo, Gewinner der Caméra d’Or 2013, wurde hoch gelobt, weil er mittels einer Soap Opera-Handlung das soziale Leid und die Entfremdung schildert, die mit dem materiellen wirtschaftlichen Erfolg Singapurs einhergehen.“[25] Er sieht in den Verhaltensweisen der Familie lediglich den Ausdruck des alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringenden Materialismus, der im Verbund mit der Wirtschaftskrise als Entschuldigung für die schlechte Behandlung der Haushaltshilfe herhalten muss – d.h. letztlich eine Affirmation der Unmenschlichkeit solcher Verhältnisse, zu denen auch die kritiklose Darstellung der Selbstverständlichkeit gehört, mit der die Reproduktionsarbeit den Frauen zugewiesen wird. Besonders negativ bewertet er die Evokation des Mitleids, da diese jede Erkenntnis struktureller Bedingungen verhindere. Er entwirft drei mögliche Wirkungen auf das Publikum: Beim Singapurer Publikum das Gefühl, man solle seine Haushaltshilfen mehr wertschätzen und besser behandeln, beim Publikum der ärmeren südostasiatischen Länder Sympathie und Verständnis für den Stress und die Sorgen der Arbeitgeber:innen, und beim Übersee-Publikum Empathie für das Leid der Arbeitgeber:innen und der migrantischen Haushaltshilfe gleichermaßen. Da es zugleich in den Ländern des globalen Nordens kaum Haushaltshilfen gibt, die mit der Familie die Wohnung teilen, bleibe es bei einem allgemeinen Mitleid für das, „was dort vor sich geht, ohne zu begreifen, dass damit aufgrund der internationalen Arbeitsteilung das, was hier, in der Nordatlantikregion, vor sich geht, aufrecht erhalten wird.“[26]
Es ist in der Tat ein interessanter Effekt, dass gerade dieser Film, der sehr direkt und unverblümt die Roheit postkolonialer Ausbeutung von Care-Arbeit zeigt, vom Einschließen über das Maßregeln bis zur Angst und dem Ausgeliefertsein der Haushaltshilfe, den Eindruck einer gewissen Solidarität aller Beteiligten erzeugt und die Herrschaftsverhältnisse eher verschleiert. Zugleich könnte man der Kritik an diesem Film entgegenhalten, dass Ilo Ilo sehr viel offenlegt, und zwar gerade deshalb, weil der Film vor allem auf Visualität statt auf Dialoge setzt, sehr dosiert mit der Sentimentalität umgeht und damit die Überforderung wahrnehmbar macht.
[2] Ilo Ilo 0.08.
[3] „Located in the heart of Singapore’s affluent shopping district, surrounded by the high-end couture malls with international brand names […] and upmarket malls like Paragon and Tanges – the presence of a thriving shopping mall that primarily catered to Filipina domestic workers has been described as ‚out of place‘ or anomaly. […] At Lucky Plaza, Filipino restaurants and eateries abound, and Filipino consumer desires rule there.“ „Filipina domestic workers […] have to go to Lucky Plaza in order to remit money because it is much cheaper than relying on Singaporean banks. This necessity makes it the most practical meeting place for them to catch up with friends.“ „On Sundays, domestic workeers spend sometimes two hours of their precious day off in a queue wating for their turn.“ Roces, Mina: The Politics of Visibility and the Politics of Appearances. In: Alon. Journal for Filipinx American and Diasporic Studies, Jg. 1, Nr. 1, 2021, S. 1-34; hier: S. 1f, S. 12, S. 16. „When I asked the Filipina owner of the Belisse Beauty Sanctuary why there were so many Filipino Beauty salons in Lucky Plaza, her response was that there were three things most important to all Filipinos: […] Filipino food, […] sending of remittances and gifts, […] and […] to make themselves beautiful.“ Ebd. S. 19.
[4] Ilo Ilo 1.08.
[5] Frau Lim gibt ihr ihren Pass, und der vollständige Dialog lautet wie folgt: Frau Lim: „I don’t know how to say this, but …“ – Terry: „I understand.“ Ilo Ilo 1.24
[6] Für den – recht komplizierten – Text und seine englische Übersetzung vgl. Cheah, Pheng: Sentimentality and the Capitalization of Humanity: On Anthony Chen’s Ilo Ilo. In: Riemenschnitter, Andrea; Chu, Kiu-wai; Chung, Mung Ting (Hg.): Coming of Age in Chinese Literature and Cinema. Sinophone Variations of the Bildungsroman. Amsterdam: Amsterdam Univ. Pr. 2025., S. 195-2010; hier: S. 203f.
[7] Rose, Steve: Interview. Ilo Ilo Director Anthony Chen: ‚A lot of maids have forsaken their own children‘. In: The Guardian, 1.5.2014. https://www.theguardian.com/film/2014/may/01/ilo-ilo-director-anthony-chen-interview. (30.09.2026) Übs. HK
[8] „In 1994, Indonesia and the Philippines had per capita incomes of $880 and $950, respectively, whereas Singapore’s per capita income was $22.500.“ Cheah, Pheng: „Bringing into the Home a Stranger Far More Foreign“: Human Rights and the Global Trade in Domestic Labor. In: Ders.: Inhuman Conditions. On Cosmopolitanism and Human Rights. Cambridge, London: Harvard Univ. Pr. 2006, S. 178-266; hier: S. 196. Der Abstand hat sich zwischenzeitlich leicht verringert, vgl. https://tradingeconomics.com/
[9] Vgl. hierzu und für das Folgende ebd., S. 196ff.
[10] Vgl. Cheah, Pheng: Sentimentality and the Capitalization of Humanity: On Anthony Chen’s Ilo Ilo. A.a.O., S. 198ff.
[11] Ebd., S. 199.
[12] Cheah, Pheng: „Bringing into the Home a Stranger Far More Foreign“: Human Rights and the Global Trade in Domestic Labor. A.a.O., S. 186.
[13] Vgl. ebd., S. 199ff.
[14] „In the mid-1990s, recruitment agencies charged approximately US$ 600 in fees to prospective domestic workers in Hong Kong […] Singapore remains a more affordable destination […] costing migrants only an initial fee of US$ 115 to $ 230 and a three- to five-month salary deduction (approximately US$ 350 per month). […] This figure covers the costs of their passport, medical clearance, and other documents required for migration.“ Parreñas, Rhacel Salazar: Servants of Globalization. Migration and Domestic Work. [2001] Stanford: Stanford Univ. Pr. 22015, S. 4. Zu den Bedingungen für die Migration philippinischer Haushaltshilfen vgl. auch ebd., S. 4-15.
[15] „If we encourage women with low skills to hire maids to look after their families so that they can take up low-paying jobs, we will merely replacing one group of unskilled workers with another. The Government’s objective is primarily to encourage women with higher skills to remain in the workforce and have children.“Straits Times, 6.3.1992, zitiert nach Cheah, Pheng: „Bringing into the Home a Stranger Far More Foreign“: Human Rights and the Global Trade in Domestic Labor. A.a.O., S. 209.
[16] „Unlike foreign construction workers, domestic workers are not governed by the Employment Act. The Singaporean government has repeatedly insisted that the employment of domestic labor involves a private contract between worker and employer and that the conditions of service and wages should be determined by the free market rather than by labor legislation. The excuses given for this policy are the sacrosanct privacy of the home and the impracticality of enforcement.“ Ebd., S. 215.
[17] „How do you regulate how many hours a maid should work? […] When the employer is not at home and the child is asleep or at school, she may not be working. If you regulate this and say that she can only work eight hours and after that she should be held overtime, then can you imagine? By the time you go home, the maid will be asking for overtime. Who is going to wash the dishes and serve you food after 8 p.m.?“ Interview with official at Ministry of Manpower, January 9, 2002, zitiert nach ebd., S. 220.
[18] „The law itself is still unenforceable and employers are allowed to have an opt-out compensation-in-lieu of the day off paid to their staff.“ Roces, Mina: The Politics of Visibility and the Politics of Appearances. A.a.O., S. 11.
[19] „Sleeping Pills. […] That’s the only way I can get out. You must be careful, too.“ Ilo Ilo 0.52.
[20] Cheah, Pheng: „Bringing into the Home a Stranger Far More Foreign“: Human Rights and the Global Trade in Domestic Labor. A.a.O., S. 212.
[21] „During weekdays, domestic workers are subject to the sumptuary laws of their female employers. Some of the rules are deliberately designed to make them less attractive […]. Domestic workers are not allowed to wear revealing clothing such as sleeveless blouses, spaghetti straps, plunging necklines, and short skirts.“ [21] Roces, Mina: The Politics of Visibility and the Politics of Appearances. A.a.O., S. 20.
[22] Vgl. Cheah, Pheng: „Bringing into the Home a Stranger Far More Foreign“: Human Rights and the Global Trade in Domestic Labor. A.a.O., S. 224.
[23] Piocos, Carlos M. III: Affect, Narratives and Politics of Southeast Asian Migration. London, New York: Routledge 2021, S. 4. Der Anteil ist kontinuierlich gestiegen: „Remittances by OCWs [overseas contract workers] totaled US$ 7.4 billion in 2003 and amounted to slightly over 8 percent of the gross national product […].“ Cheah, Pheng: „Bringing into the Home a Stranger Far More Foreign“: Human Rights and the Global Trade in Domestic Labor. A.a.O., S. 187. „The U.S.$18 billion brought into the country through remittances from 1975 to 1994 was roughly four times larger than the total amount of foreign direct investment for the same period. […] Hence, what was initially a temporary measure to increase foreign exchange inflow and reduce unemployment was now cynically represented by the Philippine state as a long-term means for achieving economic growth and national development.“ Ebd.
[24] 2013 Caméra d’Or für den besten Debütfilm.
[25] Cheah, Pheng: Sentimentality and the Capitalization of Humanity: On Anthony Chen’s Ilo Ilo. A.a.O., S. 195.
[26] Ebd., S. 205.
Ilo Ilo 1.00. Für dieses und alle folgenden Dialog-Zitate werden die englischen Untertitel benutzt; die Originalsprachen des Films sind Mandarin (Familie), Tagalog (Angestellte), sowie das Englisch, in dem sie miteinander sprechen.