Perspektiven feministischer Filmwissenschaft

Podiumsdiskussion mit Andrea Braidt, Sabine Nessel, Andrea Seier (Moderation: Christine Hanke)
1/7/2005

Abstract:
Zeichneten sich die Anfänge feministischer Filmwissenschaften und Filmschaffens in den 1970er Jahren dadurch aus, dass sei die narrativen und formalen Strukturen des klassischen Hollywoodkinos radikal in Frage stellten und überdrehten, scheint das Überdrehen im großen kommerziellen Kino mittlerweile selbst stattzufinden: Hollywood präsentiert Frauen, die reihenweise Männer vermöbeln, intertextuelle Bezüge stellen ironisch Zitathaftigkeit aus, Ausrutscher der Technik werden mitinszeniert. Dabei wird die Technik immer übertriebener: Digitale Special Effect, Multiplexe, Riesenleinwände, Dolby Sensorround. Um die feministische Filmwissenschaft scheint es dagegen still geworden zu sein. Was kommt nach den kämpferischen Siebzigern, den psychoanalytischen und textparadigmatischen Achtzigern und den Identitäts-verwirrenden und lustbetonten Neunzigern? Taugen die alten Konzepte noch, hat sich die feministische Filmwissenschaft in Nischen gemütlich eingerichtet, hat sie sich verabschiedet oder ist es an der Zeit für neue Perspektiven, neue Manisfeste, neue Theorien?