Independent Lounge – das Arsenal am Potsdamer Platz

2000-12-01

Fotos Arsenal Copyright Marian Stefanowski  Filmhaus im Sony Center am Potsdamer Platz (Architekt Helmut Jahn). Copyright Sony

Nach einem Gespräch mit Erika Gregor, Ulrich Gregor und Stefanie Schulte-Strathaus über den bevorstehenden Umzug ins neue Berliner Filmhaus

Die Büros der ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ in der Welserstraße in Berlin Schöneberg sind nichts für Klaustrophobiker. Viele Jahre Kinodebatten und cineastische Arbeit haben ihre Spuren hinterlassen. Da sind nicht nur Filmplakate und alte Schwarzweißfotografien, die das Kino Arsenal zeigen, das sich unter den Büros befindet. Bis an die Decke quellen aus den Regalen Papiere, Ordner und Filmzeitschriften. Auf den Schreibtischen stapelt sich die Arbeit. Der Bewegungsradius der Drehstühle ist gering. Der Umzug an den Potsdamer Platz kommt nicht ungelegen. Die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ brauchen größere Räume.

Beim Gespräch sitzen wir auf grünen Polstermöbeln aus den 70er Jahren. Die halbe Filmgeschichte habe dort schon gesessen, erzählt Erika Gregor. So unterschiedliche Filmemacher wie der Ungar István Szabó, der New Yorker Experimentalfilmer Jonas Mekas oder auch junge japanische Regisseure waren bei den ,Freunden der Deutschen Kinemathek‘ zu Gast. Die Polsterstühle haben durch ihre berühmten Nutzer bereits Ausstellungswert. Sie werden ins Filmhaus mitgenommen, das zur Zeit in Berlins neuer Mitte, im Sony-Center am Potsdamer Platz entsteht. Im Filmhaus erhalten die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ neue Räume. Im sechsten Stock werden die Büros untergebracht. Im zweiten Untergeschoss werden voraussichtlich Anfang April 2000 zwei neue Kinos mit 90 und 250 Plätzen eröffnet.

Die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ wollen die Chance zur Erneuerung nutzen, die der Umzug an den Potsdamer Platz bietet. Sie setzen im neuen Filmhaus aber auch auf Kontinuität. Die ,Freunde‘ stehen für ein unabhängiges Kino, das für Experimente offen ist, das Debatten auslösen soll, die am besten bis nach Mitternacht gehen. Sie werden dieses Kino im neuen Arsenal am Potsdamer Platz weiterhin präsentieren wie auch bei der Berlinale, die ebenfalls in die neue Berliner Mitte umzieht. Ulrich Gregor leitet die von den ,Freunden‘ betreute Berlinale-Sektion, das ,Internationale Forum des Jungen Films‘.

Seit 1963 gibt es den Verein ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘. Er sollte die Bestände der kurz zuvor eingerichteten Kinemathek auswerten. Erika und Ulrich Gregor stehen dem Verein seit seiner Gründung vor. 1970 eröffneten die ,Freunde‘ ein eigenes Kino. Es wurde programmatisch nach dem Film Arsenal von Alexander Dowshenko benannt. Der Revolutionsfilm von 1929 heroisiert den Aufstand in einer Kiewer Waffenfabrik gegen die bürgerlich-nationale Regierung der Ukraine im Jahr der russischen Revolution 1917.

Der Umzug des Arsenals an den Potsdamer Platz fällt ins dreißigste Jahr seines Bestehens. Selbst wenn er zur Umgebung in der neuen Mitte Berlins nicht passen mag, die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ wollen auch dort ihrem Anspruch auf gesellschaftliche Veränderungen treu bleiben, den sie einst im Namen ihres Kinos formulierten. Für Ulrich Gregor ist es ein Aufklärungsanspruch. Mit den Filmen, die sie vorstellen, wie auch mit Vorträgen und Gesprächen loten die ,Freunde‘ das gesamte ästhetische Spektrum des Mediums Film aus. Das aktuelle Mainstream-Kino offenbart davon immer nur einen kleinen Ausschnitt. Die cineastische Aufmerksamkeit der ,Freunde‘ gilt aber nicht nur historischen Programmen, fremden und entlegenen Kinematografien und künstlerischen Experimenten. Die Kinopolitik heißt immer auch, die Politik mit engagierten Filmen ins Kino zu bringen. Die ,Freunde‘ wollen die Kinogeschichte permanent umschreiben mit filmischen Entdeckungen, die der Öffentlichkeit sonst verborgen blieben.

Das Arsenal versteht sich, so Stefanie Schulte-Strathaus, eine der beiden Kinoleiterinnen, als lebendiges Museum einer Filmgeschichte, die sich im Prozeß befindet, die durch die Vorführung von Filmen und deren Wahrnehmung geschieht. In den dreißig Jahren seiner Arbeit ist das Arsenal mit dieser Ambition eines ,work in progress‘ zur wichtigsten cineastischen Institution in Berlin geworden. Erika und Ulrich Gregor können unzählige Anekdoten über Filmemacher erzählen, deren Arbeiten die ,Freunde‘ zuerst in Deutschland zeigten. Oft haben sie den Blick für neue Sichtweisen im Film eröffnet. Die ,Freunde‘ setzten sich für die französische Nouvelle Vague ein und den Neuen Deutschen Film, präsentierten das Kino der kommunistischen Staaten Osteuropas in der Bundesrepublik. Sie machten das deutsche und das Berlinale-Publikum mit japanischen Filmen und dem Hongkong-Kino vertraut. Viele Ästhetiken, deren Kenntnis und Existenz heute selbstverständlich erscheinen, haben die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ publik gemacht.

Mit filmischen Entdeckungen wollen die ,Freunde‘ auch am neuen Standort in der Berliner Mitte ihr Publikum ins Kino locken. Am Potsdamer Platz, wo sich das Kapital mit repräsentativer Architektur versammelt hat, treffen sie auf ein kommerziell geprägtes Ambiente mit Shopping Malls und Vergnügungskultur. Zwei Multiplexkinos wird es am Potsdamer Platz geben und zwei I-Max-Kinos. Die Riesenleinwand im Sony Center bietet auch 3-D-Projektionen an. Ein größerer Gegensatz der Kinokultur ist kaum vorstellbar als die gigantischen Entertainment-Kinos in zentraler Lage und ein kleines Kino wie das alte Arsenal mit rauschender Belüftung in einer Seitenstraße.

Das Arsenal wird sich mit den beiden neuen Kinos im Filmhaus vergrößern. Im Vergleich zu den Multiplexen mit ihrem Blockbuster-Angebot bleibt es trotz zweier Vorführsäle ein Zwerg. Die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ befürchten aber nicht in der neuen Umgebung am Potsdamer Platz unterzugehen. Es gibt viele andere nichtkommerzielle Kulturangebote in der Nähe, an denen sie sich orientieren. Kaum entfernt vom zukünftigen Filmhaus befinden sich in der Nachbarschaft die Staatsbibliothek, das Kulturforum mit seinen Museen und die Philharmonie. Mit ihr arbeiten die ,Freunde‘ seit Jahren zusammen. Im Filmhaus siedeln sich außerdem mehrere Institutionen an, die sich als Partner für mögliche Kooperationen anbieten.

Die ,Freunde‘ sind der kleinste Mieter im neuen Filmhaus. Die ,Stiftung Deutsche Kinemathek‘ und deren Filmmuseum mit der Marlene-Dietrich-Sammlung ziehen ebenfalls ins Sony-Center, wie auch die ,Deutsche Film- und Fernsehakademie‘ und die Mediathek des deutschen Fernsehens. Im Erdgeschoß baut Cinestar das zweite der beiden Multiplexkinos, die es am Potsdamer Platz geben wird. Die Idee, das Arsenal könnte der Vergnügungskultur am Potsdamer Platz Zuschauer abwerben, löst bei den ,Freunden‘ Lachen aus. Man müsse sich zunächst darum kümmern, daß das angestammte Publikum dem Arsenal an den Potsdamer Platz folge.

Eine der schwierigsten Entscheidungen beim Umzug an den Potsdamer Platz ist die technische Ausstattung der neuen Kinos, über die die ,Freunde‘ hitzige Debatten führten. High-Tech ist nicht immer die beste Lösung, wenn man Verbesserungen anstrebt. Die neuen Arsenal-Kinos müssen mit ihren Vorführapparaten auf alle technischen Standards und Formate der Filmgeschichte eingerichtet sein. Ob Cinemascope, digitales Video oder Stummfilm mit 16 Bildern pro Sekunde Vorführgeschwindigkeit, jeder Film soll ästhetisch und historisch möglichst adäquat vorgeführt werden. Da sich für die filmhistorischen Anforderungen des Arsenals keine bessere Ausrüstung fand, werden in einem der neuen Kinos die Projektoren aus dem alten Arsenal wieder installiert. Sie wurden im Laufe der Jahre für die Vorführung historischer Filme hergerichtet.

Das Arsenal zeigt auch Stummfilme mit Klavierbegleitung und Performances mit Live-Music. Es werden Vorträge gehalten, Bücher vorgestellt, Gespräche und Diskussionen finden statt. Das bedeutet, für die akustischen Ansprüche des Arsenals mußten die ,Freunde‘ ebenfalls einen Kompromiß finden. Die neueste und gefeierte THX-Ausstattung kommt nicht in Frage. Sie sorgt für brillianten Filmton, wirkt aber schallschluckend, reduziert alle Geräusche im Zuschauerraum, die nicht aus den Boxen kommen. In einem gewöhnlichen Kino sind das störende Nebengeräusche.

Wenn es sein muß, kümmern sich die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ auch um den Feuerschutz ihrer neuen Kinos. Die Bauleitung des Filmhauses hatte ihn vergessen. Diese Sorgen kosten Nerven, aber es sind Kleinigkeiten, kurz vor dem Ziel angesichts der langen Zeit, die es gedauert hat, daß überhaupt ein Berliner Filmhaus zustande kam. Die Bemühungen begannen nicht erst in den achtziger Jahren. Erika und Ulrich Gregor sind lange im Geschäft. Sie kennen immer noch eine Geschichte vor der Geschichte.

Die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ wollten bereits in den 60ern und frühen 70er Jahren ein Filmhaus einrichten. Sie hatten es auf die einzige repräsentative Kinoarchitektur in Berlin abgesehen, den Mendelssohn-Bau am Kurfürstendamm. Den Zuschlag aber bekam Peter Stein mit seinem Theater vom Halleschen Ufer. Auch wenn die Berliner Schaubühne zum modernsten Theater in Berlin umgebaut wurde, Erika Gregor hat einen kulturhistorischen Einwand gegen die damalige Berliner Politik. Die Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts, das Kino, sei mit hohem Aufwand in die des neunzehnten Jahrhunderts, in ein Theater, zurückverwandelt worden.

In den 80er Jahren war das Begehren nach einem Berliner Filmhaus noch immer eine Initiative ,von unten‘, zu der sich verschiedene Institutionen und Vereine zusammengefunden hatten. Kurz vor der Wende war es beschlossen. Das Filmhaus sollte im alten Hotel Esplanade in der Nähe des Potsdamer Platzes gebaut werden. Einst teilte ihn die Berliner Mauer. Das Esplanade war bis auf die Fassade kaum mehr als eine für Filmaufnahmen beliebte Ruine in einer innerstädtischen Einöde, die im Berlin des Kalten Krieges weltweit einmalig war. Nach dem Fall der Mauer stand das Esplanade plötzlich mitten in der Stadt, auf ihrem wertvollsten Boden. Der damals rot-grüne Senat verkaufte den Potsdamer Platz nicht unbedingt mit Höchstgewinnen an das Kapital, das ihn von der Sorge für eine Stadtplanung mitten in der vereinten City befreite. Das Filmhaus war nicht aufgehoben, nur aufgeschoben. Sony übernahm die Regie für eine Neuplanung.

Der Umzug ins bald fertig gestellte Filmhaus erlaubt den ,Freunden‘, ihre Aktivitäten zu erweitern. Es fehlt nicht an Einfällen und außergewöhnlichen Vorhaben, ein attraktives Programm für die Zuschauer am Potsdamer Platz anzubieten, seien es Cineasten, Besucher des Filmmuseums, Touristen oder Studenten der dffb. Mit den beiden neuen Arsenal-Kinos können die ,Freunde‘ ihrem Publikum Wünsche erfüllen, die bisher aus Platzgründen scheiterten. Länderretrospektiven und unbekannte, nationale Kinematografien können umfangreicher vorgestellt werden. Begonnen wird damit bereits im alten Arsenal im Januar 2000 mit einer Japan-Reihe. Fortgesetzt werden soll die 1995, im Jubiläumsjahr des Kinos, begonnene “Anthologie der Kinogeschichte”. Sie wuchs von 100 bemerkenswerten Streifen der Filmgeschichte auf erst 150, dann 175, schließlich auf fast 365 Filme an (so viele Filme wie das Jahr Tage hat!).

Die ,Freunde‘ besitzen in ihrem Archiv auch einige überlange Filme. Ulrich Gregor freut sich, sie in den neuen Kinos am Potsdamer Platz häufiger zu präsentieren, etwa das mit allen Teilen sechzehn Stunden lange Opus Out One: Spectre (Frankreich 1971) von Jacques Rivette. Erika Gregor träumt von Filmnächten. Man geht noch im Hellen ins Kino und kommt am nächsten Tag, wenn es wieder hell ist, heraus. Dazwischen hat man eine lange Nacht lang etwas Wunderbares erlebt.

Die Vergrößerung des Arsenals wirkt sich aber auch ohne außerordentliche Visionen positiv auf den Alltag der ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ aus. Mit zwei Kinos läßt sich das Monatsprogramm des Arsenals entzerren. Der Terminmangel führte mitunter dazu, zwei Veranstaltungen mit hochkarätigen Gästen auf einen Abend zu legen. Das wird in Zukunft nicht mehr notwendig sein. Filme, die oft mit großem organisatorischen und finanziellen Aufwand besorgt werden, können mit zwei Kinos nicht mehr nur einmal, sondern mehrmals vorgeführt werden. Die beiden verschieden großen Säle erlauben auch, besser zu differenzieren zwischen Filmen, die ein größeres Publikum erreichen, und ,Zielgruppenprogrammen‘, die nur wenige Zuschauer anziehen.

Dürfte Ulrich Gregor im neuen Arsenal einen Traum verwirklichen, wäre sein Lieblingsprojekt, den Magellan-Zyklus von Hollis Frampton vorzustellen. In seiner Gesamtheit würde ihn wahrscheinlich kein Zuschauer wahrnehmen. Der amerikanische Experimentalfilmer wollte eine Jahresserie von Filmen drehen. An jedem Tag eines Jahres sollte man einen Film vorführen können. Die ,Freunde‘ besitzen Filme des Materials, das Frampton vor seinem Tod nicht beenden konnte. Wenn man alle Filme besorgte, blieben einige Tage des Jahres bei den Vorführungen offen. Trotzdem dürfte das Mammutprojekt eine Probe auf die Ausdauer der überzeugtesten Cineasten sein.

Geplant sind im Arsenal am Potsdamer Platz aber auch Programme, die sich direkt auf den neuen Standort in der Berliner Mitte beziehen. Eine Reihe mit Filmen, die zu verschiedenen Zeiten in der Stadt spielen. Oder noch dokumentarischer: Draußen besichtigt man den Potsdamer Platz der Gegenwart, im Kino seine Verwandlungen durch die Zeit. Oder: Nachdem man im Filmmuseum die Reliquien der Kinogeschichte betrachtet hat, kann man im Arsenal einen dazu passenden, historischen Film anschauen. Erika und Ulrich Gregor und die Kinoleiterinnen des Arsenals, Stefanie Schulte-Strathaus, Milena Gregor und Birgit Kohler, sind ein eingespieltes Team. Einfälle für neue Unternehmungen werfen sie auch im Interview hin und her, keine Zeit für Ideen darf vergeudet werden, bis etwas realistisch Machbares herausgekommen ist.

Zur Berlinale 2000 werden lediglich die Büros der ,Freunde‘ bereits im Filmhaus zu finden sein sowie ihre Film-, Foto- und Schriftarchive. Das Arsenal folgt erst später an den Potsdamer Platz. Den Räumen im sechsten Stock des Filmhauses fehlen Ende Oktober, wenige Wochen vor dem Umzugstermin, noch Türen und Fußböden. Die neuen Kinos dagegen haben noch nicht einmal eine Schräge. Ihre Fertigstellung ist erst nach der Berlinale geplant. Die Filme des ,Internationalen Forums des Jungen Films‘ werden deshalb Anfang Februar 2000 in den beiden Multiplexkinos am Potsdamer Platz gezeigt, dem Cinemaxx und dem Cinestar, wie auch auf den angestammten Leinwänden im alten Arsenal und im Delphi.

Im sechsten Stock des Filmhauses, in den Büros der ,Freunde‘, wird es zur Berlinale 2000 aber schon den ,Independent Club‘ geben, das Organisationsbüro des ,Forums‘ und den Treffpunkt, wo sich Filmemacherinnen, Regisseure, Presse und Filmeinkäufer begegnen. Vielleicht werde der Klub auch ,Independent Lounge‘ heißen, berichtet Ulrich Gregor von den Visionen seiner Forumspartner. Sie wollen den sechsten Stock des Filmhauses zu dem Slogan der Berlinale machen, das die Zuschauer anziehen wird. “Das wäre ja gut.”, schmunzelt Ulrich Gregor. Das kleine, aber feine ‘Forum‘, das für unabhängiges Filmemachen steht, würde als Publikumsmagnet dem komerziellen Angebot der Berlinale die Stirn bieten. Das wird ein Traum bleiben. Unabhängigkeit scheint selbst zum kommerziellen Faktor geworden zu sein. Ulrich Gregor aber kann sich darüber wundern, wer sich heutzutage “independent” nennt, selbst große amerikanische Verleiher wie Miramax.

Das ,Internationale Forum des Jungen Films‘ paßt mit seinem engagierten Programm nicht immer in ein ausschließlich auf Glamour orientiertes Filmfestival. Das ,Forum‘ zeigt viele Filme, die nicht sowieso wenige Wochen später im Kino zu sehen sind. Sie bleiben Festivalfilme, die mitunter schwer den Weg ins reguläre Kinoprogramm finden, dafür aber bei wagemutigen jungen Verleihern auftauchen. Ulrich Gregor sieht die Notwendigkeit, das ,Internationale Forum des jungen Films‘ kommerzieller auszurichten. “Die Regisseure wollen neue Filme machen.” Dazu brauchen sie Geld. Ob im täglichen Programm des Arsenals oder im ,Forum‘, ihren Anspruch auf Unabhängigkeit lassen sich die ,Freunde‘ aber auch am Potsdamer Platz nicht streitig machen.

Das alte Arsenal wird als Kino wahrscheinlich nicht überleben, wenn die ,Freunde der Deutschen Kinemathek‘ ausgezogen sind. Die Miete ist zu hoch für einen Kinobetreiber mit nur einem Saal.

Christine Daum

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