Evolution (Science-Fiction-Komödie)

R: Ivan Reitman (Regisseur von Ghostbusters), USA 2001, mit David Duchovny, Julianne Moore, Orlando Jones
2001-09-01

Zu den Höhepunkten der frühen Slapstick-Komödien gehörte die Tortenschlacht an der, wie im Fall von Laurel und Hardys The Battle of the Century, mehr als 20 Personen und über 3000 Sahnetorten mitgewirkt haben sollen. Auch die Verfolgungsjagd war sehr beliebt, in der Clowns, Polizisten, Mädchen, Autos, Gegenstände und teilweise sogar Löwen oder Elefanten in wilde Bewegung versetzt wurden. In den Ereignis-Filmen des Hollywoodkinos geht es ebenfalls vor allem physisch zu. In der Sience-Fiction-Komödie Evolution, des Ghostbusters-Regisseurs Ivan Reitman, kann sich der Zuschauer in eine Art postmoderne Tortenschlacht versetzt fühlen. Die Attacken treffen die Protagonisten, aber indirekt auch die Zuschauer:

Ein Meteor rast durch die Dunkelheit und teilt sich. Unten auf der Erde sind die Scheinwerfer eines Wagens und Musik. Eine blonde Puppe wird aus dem Auto gezerrt und in einen Schuppen geschleppt, Benzin darüber gekippt, angezündet und nach kleiner Explosion aus den Flammen wieder gerettet. Während der Herzmassage sieht der Retter den Meteor direkt auf sich zu rasen und rennt los. Der Meteor bringt Einzeller, die im Zeitraffer zu immer größer werdenden, unterschiedlichen Lebewesen mutieren. Der Retter (hat für die Feuerwehrprüfung geübt) und zwei Universitätslehrer aus der Provinz kämpfen gegen die Außerirdischen. Es treten verschiedene eklige, zum Teil zudringliche Lebewesen auf. Die Großattacke gegen die Aliens, deren Evolution mittlerweile im Stadium des Menschenaffen angelangt ist, wird eingeleitet, nachdem sie die Videoüberwachungskameras zerstört haben. Der Napalm-Einsatz beschleunigt das Wachstum der Aliens aber noch zusätzlich und eine harmlose Zelle mutiert in Sekunden zu einem undefinierbaren Gewebe-Berg (erinnert entfernt an den Brain-Buck in Starship-Troopers) Erst der Einsatz des Shampoos der Marke "Head and Sholders" bringt den Berg zum platzen (bei Mars Attacks ließ ein schmalziger Song von Tom Jones die Gehirne der Marsianer unter Austritt einer übelriechenden, grünen Flüssigkeit explodieren). Schön am Finale ist auch, daß die Helden sich (wie bei Twister die Tornadojäger) ins Zentrum des Monsters und begeben und das Shampoo auf ganz mechanischem Weg mit einem Feuerwehrschlauch in die unappetitliche Körperöffnung befördern. Der wabbelige schnaufende Berg ist dann direkt über ihnen, und so groß, daß man den Himmel nicht mehr sehen kann (wie in Independence Day das Raumschiff über New York).

Sabine Nessel

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